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Presseartikel vom 11.06.2011 aus der OTZ.
 
Anne Franks Baum lebt in Weira weiter
 
Eine Sinfonie der Hoffnung, Achtung und Toleranz soll von diesen Bäumen ausgehen. Diesen Wunsch sprach der aus Israel stammende Inhaber der Kunststoffrecyclingfirma Cabka, Gat Ramon, gestern Nachmittag bei einem Festakt aus. Anschließend pflanzte er auf dem Werksgelände im Gewerbegebiet Weira mit Thüringens Regierungsprecher Peter Zimmermann die letzte von elf Kastanien.
 

 
Weira. Die jungen Bäume sind Ableger der berühmten Anne-Frank-Kastanie. Das deutsche jüdische Mädchen, das 1934 mit seinen Eltern in die Niederlande ausgewandert war, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, hatte den Baum aus einem Amsterdamer Hinterhaus gesehen, in dem sie in den Jahren 1942 bis 1944 ihr weltberühmtes Tagebuch schrieb. Nach dem Verrat ihres Verstecks wurden Anne Frank und ihre Familie deportiert. Sie starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von nur 15 Jahren. Als vor einiger Zeit die Nachricht von der absterbenden Rosskastanie eintraf, ergriffen Gat Ramon und Ehefrau Heike die Gelegenheit, einige "Kinder von Annes Baum" zu erwerben, um diese am Weiraer Firmensitz in der Anne-Frank-Straße zu pflanzen.
 
Neben seiner Familie und Firma fanden sich in der Kreissparkasse Saale-Orla, der Karl-Gruppe Innernzell als Weiraer Gewerbegebietsvermarkter, Landrat Frank Roßner, der Firma Oberland Metallbau & Bauschlosserei Weira, JAS GmbH Stuttgart und der Deutschen Industrie-Holding Frankfurt/Main weitere Spendengeber. "Das sind alles Unternehmen und Personen, die in diesem Gewerbegebiet und der Region tätig sind. Gemeinsam tragen und unterstützen wir den Wunsch, dass möglichst viele Ableger von Annes Baum heranwachsen sollen, als lebendiges und kostbares Zeichen für Hoffnung, Achtung und Toleranz", sagte der Cabka-Chef.
 
Seit 2008 zieht die Amsterdamer Stiftung "Support Anne Frank Tree" Ableger des Mutterbaums auf. Hierbei handelt es sich um Sämlinge aus den Früchten der am 23. August 2010 bei einem Sturm umgestürzten Kastanie. "Nachkömmlinge des Baums sind unter anderem in den USA, in Israel, Frankreich und den Niederlanden gepflanzt worden. Nach Ingolstadt ist Weira nun der zweite Ort in Deutschland, an dem Nachkommen des Anne-Frank-Baumes stehen", sagte Stiftungsvorsitzende Prof. Helga Fassbinder. Neben den elf Bäumen in Weira sollen zwei weitere in der Region Wurzeln schlagen: Landrat Frank Roßner will seinen Ableger neben dem Pößnecker Schützenhaus pflanzen, das die Stadt der rechtsextremen Szene abkaufen wird. Sparkassenvorstand Dirk Heinrich möchte eine Kastanie nahe des Zwangsarbeiterdenkmals in Langenorla in den Boden setzen.
 
Mit der Resonanz auf die Wanderausstellung "Anne Frank eine Geschichte für heute" bei Cabka in Weira zeigte sich Thomas Heppener, Direktor des Anne-Frank-Zentrums Berlin, mehr als zufrieden. "Seit der Eröffnung kamen zu den Führungen von Montag bis Donnerstag täglich mindestens zwei Schulklassen." Weitere Anmeldungen gibt es bis zum Ausstellungsende am 17. Juni.
 

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