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Presseartikel vom 01.04.2011 aus der OTZ.
 
Pößneck Eine Stadt zeigt Courage
 
An Beifall fehlte es nicht nach der Erstaufführung des Filmes Pößneck Eine Stadt zeigt Courage. Allerdings hatten die Kreissparkasse Saale-Orla und der veranstaltende Verein Pößneck attraktiver am Mittwochabend im Sparkassensaal in Pößneck-Ost ein paar mehr Besucher als die rund 60 erwartet.
 
Pößneck. Sollte das Thema der politischen Dokumentation zu schwierig sein? Die Gefühle der Premieren-Gäste waren jedenfalls zwischen positiv bis gespalten. Letzteres war im Sinne eines Anschubs zu einem stärkeren bürgerlichem Engagement auch gewollt.
 
Philipp Gliesing (Aktionsbündnis Courage und Linksjugendgruppe redsolution), der in dem Film von Kerstin Just (Bildungswerk Blitz) als "großes Glück für die Stadt" eingeschätzt wird, hätte sich nach der 45-minütigen Vorführung eine öffentliche Diskussion gewünscht, wahrscheinlich über den Extremismus-Begriff. "Kompliment", sagte Gliesing einerseits zur DVD, der es gelungen sei, die gegenwärtige politische Kultur in Pößneck einzufangen. Andererseits: "Ich fühle mich als Linksextremist diffamiert."
 
"Der Film ist nicht tendentiös in die eine oder andere Richtung", war Eberhard Zauch (Stadtführer) grundsätzlich zufrieden, aber: "Links und Rechts werden zu sehr in einen Topf geworfen." Neben den Ausführungen der mal mehr, mal weniger prominenten Interview-Partner von Filmautor Dieter Rexhäuser hätte er sich "ein paar Bürgermeinungen" gewünscht.
 
Matthias Zacher (Polizeiinspektion Saale-Orla) wunderte sich, "dass die Sicherheitskräfte überhaupt keine Rolle spielen", zumal es "sehr viele engagierte Polizisten" gebe. "Unsere Leute wollen ja nicht die Rechten schützen, sondern sie müssen Straftaten verhindern", rückte der Polizeioberrat ein falsches Bild zurecht.
 
"Es ist Augenwischerei zu sagen, dass es keine rechte Szene in Pößneck gibt", reagierte Falko Heimer (Bildungswerk Blitz) auf Aussagen von Alf-H. Borchardt (Pößneck attraktiver) in dem Film. Trotz "strittiger Aussagen" will der Jugendsozialarbeiter die DVD in seine Arbeit einbinden.
 
"Der Film ist als Grundlage für eine Diskussion über den Extremismus gut geeignet", urteilte Steffen Heerwagen (Gymnasium Am Weißen Turm). Filmemacher Rexhäuser habe "sich nicht verbiegen lassen", findet der Schulleiter, der den Streifen seinen Sozialkundelehrern ans Herz legen will.
 
Die werden sich vielleicht mit den unverblümten Meinungen ihres Schülers Johannes Rozanowske (Schülerbündnis für Vielfalt) auseinandersetzen, dessen Mut während des Empfangs nach der Premiere von mehreren Erwachsenen Respekt gezollt wurde. Der Elftklässler selbst will den Film in seine Seminarfacharbeit über Rechtsextremismus-Aufklärung im Unterricht einbauen und meinte, dass "Eine Stadt zeigt Courage" genug Stoff für weitere solcher Arbeiten liefere.
 
"Der Film ist gut, weil die Leute klipp und klar sagen, wo sie stehen", so Peter Rieß (Aktionsbündnis Pößneck nazifrei) über den Film. Dieser ist in der Pößnecker Stadtbibliothek ausleihbar und den lediglich zwei Schulen geschenkt worden, die sich dafür interessierten.
 

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