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Presseartikel vom 16.02.2011 aus der OTZ.
 
Hitlergruß - Verfahren endet in Pößneck mit Freispruch
 
Ein Verfahren gegen einen 24-jährigen Pößnecker, der der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen angeklagt war, endete am Mittwoch am Amtsgericht Pößneck mit einem Freispruch. Als ein NPD-Wahlkampfpropaganda-Wagen 2009 Parolen verbreitete, ärgerte dies zwei Urlauberinnen. Die Reaktion soll ein Hitlergruß gewesen sein. Doch das Verfahren geht weiter.
 
Pößneck. Der Tat wird nun ein 27-jähriger Pößnecker verdächtigt, der gestern als Entlastungszeuge geladen war und gegen den die Staatsanwaltschaft Gera ein neues Verfahren einleiten will.
 
Am Nachmittag des 17. August 2009 fuhr ein Wahlkampfpropaganda-Wagen der NPD über den Pößnecker Kaufland-Parkplatz und verbreitete dort per Lautsprecheranlage Parolen. Zwei Stausee-Urlauberinnen aus Potsdam mit einem Kind, die gerade Einkäufe verstauten, fanden das Geschehen nicht nur gruslig, sondern äußerten hörbar auch ihren Unmut darüber.
 
Daraufhin habe ihnen ein junger Mann aus einem Pkw in der Nähe den so genannten Hitlergruß gezeigt und ihnen sei von diesem auch Heil Hitler! zugerufen worden. Die beiden Frauen notierten sich das Kennzeichen und erstatteten gleich danach Anzeige. Gestern konnten sie den 24-Jährigen nach so langer Zeit aber nicht mehr hundertprozentig als Täter identifizieren. Ich hätte mir gewünscht, dass so ein Verfahren schneller stattfindet, sagte eine der beiden Zeuginnen. Nicht nur sie, reagierte Richter Thilo Kurz.
 
Die Frauen waren sich aber einig, dass sie vom Beifahrer aus dem Auto beschimpft worden sind. Nun saß der 24-Jährige am Lenkrad und er sagte zwar aus, dass der 27-Jährige mit im Auto war. Wo genau, wollte er aber nicht erklären. Sein Verteidiger schwieg und der 27-Jährige belastete sich freilich nicht selbst. In den kritischen Punkten habe es keine Aussagen gegeben, das wird seine Gründe haben, resümierte der Richter und beschied dem freigesprochenen Angeklagten, dass er im Falle eines Prozesses gegen seinen Kumpel als Zeuge nicht mehr um eine Erklärung herum kommen werde.
 
Die Anklage hatte sich der 24-Jährige selbst eingefangen, weil er sich zu Beginn des Verfahrens sehr widersprüchlich geäußert hatte, wie der Richter feststellte. Den Schaden hat die Staatskasse, bei der Kosten hängen blieben.
 

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