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Presseartikel vom 01.12.2010 von Enstation-Rechts.
 
Bundespräsident Wulff übernimmt Patenschaft für Kind rechtsextremer Eltern
 
Der siebte Sproß der rechtsextremen Familie Müller aus Lalendorf bei Güstrow ist nun doch das neueste Patenkind von Bundespräsident Christian Wulff – wenn auch nur symbolisch. Der Fall hatte in den letzten Tagen für viel Aufsehen gesorgt, da sich der Bürgermeister der Gemeinde weigerte, die Urkunde zuzustellen.
 
Das Kind stehe im Mittelpunkt, begründete Wulff laut „Welt“ seine Entscheidung. Es gehe allein um das neugeborene Kind und nicht um die Eltern. „Alle sind aufgefordert, für ein Klima zu sorgen, in dem Kinder demokratisch erzogen werden“, empfahl der Bundespräsident weiter.
 
Die Urkunde sei dem Neugeborenen am Mittwoch zugesandt worden, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Die direkte Zusendung war auch nötig, denn zuerst ging die Urkunde inklusive einer Geldzuwendung von 500 Euro an den Bürgermeister Reinhard Knaack (Linke). Beides wurde von den Lalendorfer Verantwortlichen jedoch an das Bundespräsidialamt in Berlin zurückgeschickt.
 
Gerade Anfang der Woche hatte Norbert Nieszery, Fraktionsvorsitzender der SPD im Schweriner Landtag, den Bundespräsidenten aufgefordert, die Ehrenurkunde zurückzuziehen. „Setzen Sie bitte ein Zeichen für unsere Demokratie und ziehen Sie die Urkunde für die Ehrenpatenschaft zurück“, hieß es in dem Brief des Fraktionsvorsitzenden. Weitere Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis hatten zudem dem Bürgermeister versichert, ihm unterstützend beistehen zu wollen.
 
Die aus Baden-Württemberg zugezogene Familie ist in der rechtsextremen Szene äußerst aktiv. Die Mutter soll 2006 bei der Gründung der NPD-Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“ dabei gewesen sein; Marc Müller ist Vorsitzender der rassistischen „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung“. Zudem gelten beide als frühere Freunde und Vertraute des verstorbenen Neonazi-Anwalts Jürgen Rieger.
 
Für die NPD war der Widerstand des Bürgermeisters ein gefundenes Fressen. Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender der NPD und der Landesvorsitzende Stefan Köster hatten angeboten, die Patenschaft für das Kind zu übernehmen und die 500 Euro aus eigenen Mitteln beizusteuern.
 

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