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Presseartikel vom 31.08.2010 aus der OTZ.
 
Mehrere Versammlungen gegen Neonazi-Fest in Pößneck angemeldet
 
Für den 11. September sind in Pößneck bislang acht Versammlungen angemeldet worden. Vereine udn vereinigungen wollen in der ganzen Stadt gegen das Neonazi-"Fest der Völker" demonstrieren.
 

 
Pößneck. Für den 11. September sind in Pößneck bislang acht Versammlungen angemeldet worden. Gegen das Neonazi-"Fest der Völker", das nach wie vor im Lutschgenpark stattfinden soll, wollen an verschiedenen Stellen in der Stadt das Bildungswerk Blitz und die evangelische Kirche, die Linke und die SPD, nicht zuletzt die Kampagne "Heidentum ist kein Faschismus" des Pößneckers Marco Görlach demonstrieren. Das teilte gestern auf Anfrage Klaus Mäder, Fachdienstleiter Öffentliche Ordnung im Landratsamt des Saale-Orla-Kreises, mit.
 
Sollten weitere Versammlungsanmeldungen hinzukommen, könnte es eng werden in Pößneck, gab Mäder zu verstehen. Die acht Veranstalter hätten insgesamt 2800 Besucher angekündigt. Der Neonazi André Kapke erwartet auf dem so genannten Fest der Völker etwa 1000 Leute.
 
Zu den Veranstaltungen habe es noch keine behördlichen Entscheidungen gegeben, weil noch nicht alle Fakten bekannt seien. Mit fünf Veranstaltern seien so genannte Kooperationsgespräche geführt worden, mit zwei weiteren wäre noch zu reden. Mit Kapke, der drei Termine platzen ließ, verkehre man nur noch schriftlich, sagte Mäder.
 
Was die Neonazis am 11. September in Pößneck konkret vorhaben, ist nach wie vor offen. Angebote unter dem Dach des neuen Aktionsbündnisses "Pößneck nazifrei" stellten im Stadtrat Pfarrer Jörg Reichmann und Philipp Gliesing, Sprecher des Aktionsbündnisses Courage, vor.
 
So ist für den 11. September, ab 10 Uhr, eine Banner-Aktion bzw. eine Banner-Menschen-Kette geplant, die den Markt mit dem Viehmarkt verbinden soll. Die Transparente für dieses Vorhaben werden intensiv an Jenaer Schulen vorbereitet. "Die Pößnecker Kunsterzieher sind da noch sehr verhalten unterwegs", sagte Reichmann.
 
Auf dem Markt soll an dem Vormittag ein Friedensfeuer entfacht werden und ein Mahngang zu Wohnstätten ehemaliger jüdischer Familien in Pößneck beginnen. Der "Platz des Buches" soll als "politischer Lesegarten" dienen. Auf dem Viehmarkt wird zum Polit-Talk mit prominenten Politikern eingeladen. In der Jüdeweiner Kirche soll ab 15 Uhr unter dem Motto "Der schöne Ort" an den Pfarrer Fritz Heinrich erinnert werden, der in den 1930-ern den Pößnecker Nazis mutig die Stirn geboten hatte. Auf dem Viehmarkt will am Freitag, ab 18 Uhr, und am Samstag, ab 13 Uhr, ein "Good Vibes Festival" mit jungen Bands aus ganz Thüringen einen Kontrapunkt zu den musikalischen Angeboten des Neonazi-Festes setzen.
 
Das Programm von "Pößneck nazifrei" komme "aus der Mitte der Gesellschaft", sagte Reichmann im Stadtrat. "Es geht uns gegen jede Form von Extremismus." Gliesing dazu: "Rechtsextremismus ist nicht gleich Linksextremismus. Pößneck hat ein Problem mit Neonazis."
 
Der Pößnecker Stadtrat hat den "Pößnecker Aufruf Kein zweites Fest der Völker am 11. September 2010" einstimmig beschlossen. "An dem Tag wegzubleiben, hilft nicht", wandte sich der Stadtratsvorsitzende Fritz Kleine (Linke) an die Pößnecker.
 
Marius Koity
 

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