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Presseartikel vom 06.11.2009 aus der OTZ.
 
Stadt versiegelt Schützenhaus
Die Neonazis haben erst spät Wind von der ordnungsbehördlichen Schützenhaus-Maßnahme bekommen. Am Abend versammmelten sich etwa 60 NPDler vor dem Rathaus, um 20.15 Uhr mit Polizei-Eskorte in die Raniser Straße zu ziehen, wo sie sich eine Zeit vor dem Haus von Bürgermeister Michael Modde aufhielten. Auf dem Rückweg zum Markt kam es vor der Polizeistation zu einer weiteren "Zwischenkundgebung". Die spontan angemeldete NPD-Demo endete etwa 21.30 Uhr.Gebäude soll verlassen und unverschlossen gewesen sein
 
Von OTZ-Redakteur Marius Koity Pößneck.
 
Die Stadt Pößneck hat gestern Nachmittag das Schützenhaus versiegelt. Die ordnungsbehördliche Maßnahme diene der Gefahrenabwehr, teilte Bürgermeister Michael Modde (Freie Wähler) mit. Die Notsicherung ließ Ordnungsamtsleiter Andreas Blümel mit Hilfe eines größeren Polizeiaufgebotes an der Spitze mit Kriminaloberrat Lutz Schnelle, amtierender Leiter der Polizeidirektion Saalfeld, vollziehen.
 
Vor der Versiegelung hatten die Beamten teils mit einem Suchhund jeden einzelnen Raum des Objektes überprüft. Zu Sicherstellungen von Wert- oder sonstigen Gegenständen sei es nicht gekommen.
 
Zur sensationellen Aktion kam es, nachdem sich am Donnerstag - offiziellen Angaben zufolge - herausgestellt habe, dass das Schützenhaus verlassen und unverschlossen, damit nicht gegen das Eindringen Fremder gesichert sei. In dem Gebäude sei auch niemand mehr mit dem Wohnsitz gemeldet. Daher sei die sofortige Sicherung des Objektes einerseits aufgrund der öffentlichen Gefahr, andererseits zum Schutz des privaten Eigentums erforderlich gewesen, so die Stadt Pößneck. Sie hat ihre Maßnahme in einem Bescheid an die britische Firma Wilhelm Tietjen Stiftung für Fertilisation Ltd. mit Sitz in London, der das Schützenhaus gehört, auch mit dem Hinweis begründet, dass das Gebäude immer wieder durch Dritte beschädigt worden sei. Als Sicherheitsrisiko gilt offenbar auch, dass weiterhin unklar sei, welche Auswirkungen der Tod des NPD-Spitzenpolitikers Jürgen Rieger (1946-2009), der der englischen Firma vorstand, auf das Schützenhaus hat.
 
NPD-Funktionär André Kapke sagte am Abend, dass er einen gültigen Mietvertrag für das Schützenhaus habe. Er hielt den Behörden "Häuserklau" vor und kündigte verwaltungsrechtliche Schritte an.
 
In manchem Raum des Schützenhauses hätten Entrümpler ihre Freude gehabt, hieß es. Auf der Bühne des Saales seien fünf größere und teils noch verpackte Kronleuchter aufgefallen, im feuchten Keller gestapelte Polsterstühle.
 

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