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Presseartikel vom 30.09.2009 aus der OTZ.
 
Kind von anderem Kind mit Hakenkreuz bemalt
Nazi-Symbol für Hieroglyphe gehalten
 
Pößneck (OTZ/mko). Ein Erstklässler der Grundschule in Pößneck-Ost ist am 7. September von einem gleichaltrigen Jungen mit einem Hakenkreuz bemalt worden. Der Erstklässler wurde am Nachmittag des Tages im Hort beschmiert und entdeckt wurde das verfassungsfeindliche Symbol am Abend von den Eltern des betroffenen Kindes. Entsprechende OTZ-Informationen bestätigten gestern auf Anfragen die Schulleiterin Isolde Krauße sowie Thomas Fügmann, Leiter des zuständigen Schulamtes Jena-Stadtroda. "Die Sache ist im Einvernehmen mit den Eltern bereinigt", erklärte Krauße.
 
Der Junge, der das Hakenkreuz auf ein Bein seines Spielkameraden gemalt hatte, habe das "in Unwissenheit der Bedeutung dieses Zeichens" gemacht. Er soll das Nazi-Symbol für eine ägyptische Hieroglyphe gehalten haben, so die Schule. Als man ihm dann aufgeklärt habe, sei er "sehr betroffen" gewesen. Das Hakenkreuz soll der Junge "in der Öffentlichkeit aufgeschnappt" haben. Krauße erklärte schließlich: "Das ist kein Thema, das an unsere Schule gebunden ist."
 
"Dass ein Schüler einen anderen Schüler mit einem Hakenkreuz bemalt, ist für mich völlig neu", war Fügmann überrascht. Von der Angelegenheit hatte er durch die OTZ-Anfrage erfahren. Nachdem er dann ebenfalls in Pößneck-Ost angerufen hatte, bescheinigte er der Grundschule, in dieser Angelegenheit "richtig gehandelt" zu haben. Der Schulamtsleiter bedauerte den Vorfall. Und wie schon die Schule verwies er auf das Alter der Kinder. Mit sechs bis sieben Jahren könne man Symbole wie das Hakenkreuz kaum einordnen.
 
Fügmann stellte dar, dass das Schulamt Eltern, Schülern und Lehrern bei Bedarf verschiedene Informationsangebote rund um das Thema Rechtsextremismus anbieten könne. Dabei handele es sich um "Abruf-Angebote" externer Partner wie die Konrad-Adenauer-Stifung oder das Bildungswerk Blitz. Entsprechende Vorträge und Seminare werden "zum Teil angenommen", so Fügmann. "Das ist sicher noch ausbaufähig", ergänzte er.
 
Die Verwendung hakenkreuzförmiger Symbole ist in Deutschland - und nicht nur - seit 1945 verboten bzw. ein Vergehen im Sinne des Strafrechts. Es sei denn, die Hakenkreuz-Darstellungen dienen der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Kunst, der Lehre oder ähnlichen Zwecken.
 

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