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Presseartikel vom 28.08.2009 aus der OTZ.
 
Pößnecker wollen wissen, was am 12. los sein wird
Wir geben rechts- extremistischen Veranstaltungen keine Gelegenheit, sich in einer breiten Öffentlichkeit zu verherrlichen.
 
Aus der Pößnecker Erklärung zum 12. SeptremberDiskussion vor und in der Stadtratssitzung

 
Pößneck (OTZ/mko). In der Einwohnerfragestunde vor der Sitzung des Pößnecker Stadtrates vom Donnerstag hat Uwe Lucanus zur Sprache gebracht, was sich viele Pößnecker seit Wochen fragen: Welche Empfehlungen gibt es für den "Schicksalstag" 12. September? Was soll man zum Schutz seines Geschäftes oder seines im öffentlichem Raum stehenden Fahrzeuges tun? Wie wird man geschützt, falls es zu Ausschreitungen kommt? Sollte man heute in zwei Wochen lieber nicht in Pößneck sein? Andere Leute würden gerne wissen, wann welche Straßen wegen des so genannten Festes der Völker der NPD gesperrt sind. Dieses sollte verboten werden, hatte Klaus Gerlach zuvor in der Einwohnerfragestunde gefordert. Viele Leute würden sich von der Neonazi-Veranstaltung "belästigt" und "gefährdet" fühlen.
 
Er würde nicht empfehlen, das Auto in der Nähe dieser Veranstaltung abzustellen, antwortete Bürgermeister Michael Modde (Freie Wähler) etwas halbherzig. Zuständige Behörde, sagte er, sei das Landratsamt. (Dieses aber hält sich zum Thema 12. September konsequent bedeckt.) Modde gab zu verstehen, dass sich staatliche Stellen im Hintergrund auf alle Eventualitäten an dem Samstag vorbereiten würden.
 
"Dieser Tag wird die Stadt über Gebühr belasten", so der Bürgermeister. Der Stadt werde von Außen eine Veranstaltung aufgedrückt, die nicht willkommen sei, "mit der wir aber fertig werden müssen". So wäre es gut, wenn die Pößnecker "Gesicht zeigen" würden.
 
Später, in der überdurchschnittlich gut besuchten Sitzung des Stadtrates, verlas Modde die Pößnecker Erklärung zum 12. September. In der zustimmenden Diskussion dazu regte Dr. Thomas Weidermann (FDP/FW) an, dass der Stadtrat die Jenaer an der Spitze mit ihrem Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD), die heute in zwei Woche in Pößneck mit gegen den Rechtsextremismus demonstrieren will (OTZ vom 21. August), am Bahnhof begrüßen sollte, als Zeichen des Schulterschlusses der demokratischen Kräfte. Constanze Truschzinski (SIP) rief auf, "zahlreich und offensiv" gegen die Neonazis vorzugehen. Michael Roolant (CDU) meinte, man sollte "Besonnenheit an den Tag legen". Marc Roßner (SPD) warb für die Meile der Demokratie, für die sich etwa 50 Vereine und Einrichtungen angemeldet hätten. Diese Meile werde an dem Samstag ab 9 Uhr aufgebaut und jeder, der mitwirken wolle, sei willkommen. Elke Kehr (FDP/FW) schloss den Bogen zu den Stellungnahmen von Gerlach und Lucanus und regte an, Sorgen der Bürger ernst zu nehmen.
 
Ebenfalls in der Einwohnerfragestunde hatte Dietrich Schröner das Schützenhaus in NPD-Hand angesprochen und den allgemeinen Pößnecker Eindruck artikuliert, dass die Stadt in dieser Sache vom Land "hängen gelassen" worden sei. Schröner forderte, da die Eigentumsverhältnisse zu "ändern". 99 Prozent der Einwohner, meinte er, würden hinter dem Bürgermeister stehen, wenn er entsprechende Aktivitäten entfalten würde. Modde gab zu verstehen, dass das heutzutage aus gutem Grund so einfach nicht sei.
 

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