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Presseartikel vom 24.08.2009 aus der OTZ.
 
Am 12. September breiter Bürgerprotest erwartet
Ab 5. September Aktionswoche für Vielfalt
 
Pößneck (OTZ/mko). Über zwanzig Einrichtungen und Betriebe aus Pößneck und darüber hinaus rufen mit ihrer "Pößnecker Erklärung" die Pößnecker und insgesamt die Thüringer dazu auf, am 12. September in Pößneck "ein klares Nein gegen Rechtsextremismus und seine Erscheinungsformen" zum Ausdruck zu bringen und am gewaltfreien Protest gegen das für diesen Tag geplante so genannte Fest der Völker der NPD teilzunehmen. "Vielfalt, Toleranz, Freiheit und Menschenwürde sind keine Selbstverständlichkeit", erinnert die Erklärung, auf die gestern Bürgermeister Michael Modde in einem Gespräch mit OTZ aufmerksam machte. "Es sind Werte, die bewahrt und immer wieder erstritten werden müssen", meinen in dem Dokument u. a. die Stadt Pößneck und der Saale-Orla-Kreis, die Evangelische Kirchgemeinde Pößneck, der Freizeitzentrum e. V. und der Pößneck attraktiver e. V., das Gymnasium Am Weißen Turm und die Musikschule Saale-Orla, die Arbeiterwohlfahrt und die Volkssolidarität, GGP Media, die Kreissparkasse Saale-Orla und die Stadtwerke Jena-Pößneck.
 
Eine am 5. September beginnende Aktionswoche für Vielfalt und Toleranz soll die Einheimischen zur Teilnahme an der Meile der Demokratie motivieren, die am 12. September einen bunten Kontrapunkt zur Neonazi-Großveranstaltung setzen will. Die entsprechenden Aktivitäten werden unter dem Dach des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt in Pößneck vorbereitet und auch hier finden sich jetzt schon weit über zwanzig Mitwirkende vom Aktionsbündnis Courage über die Landesseniorenvertretung bis zum VfB 09. Die verschiedenen Angebote, aber auch Hintergründe zum so genannten Fest der Völker sollen in in einem Informationsblatt zusammengefasst werden, das in Kürze in der Region verteilt werden soll.
 
Während der Aktionswoche wird es auch einen Informationsabend geben, in dem die Einheimischen ihre Fragen zum 12. September stellen können, teilten ebenfalls gestern Kerstin Roscher und Falko Heimer mit, die beim Blitz e. V. die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt koordinieren. So soll am 9. September ab 19 Uhr in der Jüdeweiner Kirche dargestellt werden, was am zweiten Samstag im September "passieren kann und soll", so Heimer. Auf keinen Fall müsse man vor der Meile der Demokratie Angst haben, so Roscher. Heimer stellte klar, dass am 12. September in allen Versammlungsbereichen ein "absolutes Vermummungs- und Alkoholverbot" beste- he. Und von der geplanten Sitzblockade mehrerer Bürgerbündnisse aus thüringischen Großstädten, mit der an dem Tag in Pößneck zu rechnen sei, werde keinerlei Gefahr ausgehen, zumal sie an die "Keine Gewalt"-Tradition der Wende-Zeit anknüpfe. Nicht zuletzt werden ausreichend Ordner und Polizisten für die Sicherheit aller Teilnehmer an der friedlichen Demonstration gegen den Rechtsextremismus sorgen. Die Stände und Zelte der Meile der Demokratie sollen an dem Samstag ab 10 Uhr im Bereich Neustädter Straße/Mühlstraße/Ernst-Thälmann-Straße zu finden sein.
 
Am 12. September soll außerdem, wie es heißt, in der Pößnecker Shedhalle, in unmittelbarer Nähe der Neonazi-Schaffe am Viehmarkt also, auch das 15. Jubiläum des Saale-Orla-Kreises gefeiert werden. Hierzu gab es bislang keinerlei Mitteilungen des Schleizer Landratsamtes.
 
Über die Zahl der Menschen, mit denen am 12. September am und rund um den Viehmarkt zu rechnen ist, zirkulieren die unterschiedlichsten Rechnungen. Bürgermeister Michael Modde geht derzeit von 1500 Neonazis, 5000 Teilnehmern an den Veranstaltungen gegen das Neonazi-Fest und 2000 Polizisten aus.
 
Das Engagement des Jenaer Oberbürgermeisters Albrecht Schröter an den Aktionen gegen den NPD-Aufmarsch (OTZ vom 21. August) findet Modde "außerordentlich gut". Das gebe den Umständen eine "neue Qualität". In Jena fanden bereits zwei solcher Neonazi-Feste statt und zu einem weiteren war es in Altenburg gekommen, jedes Mal unter breitem Bürgerprotest.
 

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