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Presseartikel vom 13.08.2009 aus der OTZ.
 
Hofmann: Wer Gewalt anwendet, ist nicht links
Heidrun Sedlacik, Landtagsabgeordnete der Linkspartei, fühlt sich diffamiert
 
Pößneck (OTZ/mko). Die Landtagsabgeordnete Heidrun Sedlacik (Die Linke) hat erst gestern aus der OTZ erfahren, dass gegen sie nach der Rangelei am Rande der NPD-Veranstaltung vom Dienstag auf dem Pößnecker Markt wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt wird.
 
Die 57-Jährige soll, wie berichtet, einen 44-jährigen Beamten angegriffen haben.
 
In einer Pressemitteilung der Linke-Fraktion im Thüringer Landtag lässt sie dazu verbreiten: "Richtig ist, ich war vor Ort mit dem Ziel, deeskalierend zu wirken an der Seite Jugendlicher. Falsch ist, dass ich polizeiliche Aktionen behindert oder Personen angegriffen habe. Gewalt gehört nicht zu meinem Politikstil und so wird es auch bleiben. Es ist Wahlkampf und jedes Mittel scheint recht zu sein, Kandidaten zu diffamieren.
 
Die OTZ-Nachfrage, wer genau sie diffamiere, die Polizei oder gar die unabhängige Berichterstattung, blieb offen. Kriminalkommissarin Cindy Prochnow, Pressesprecherin der Polizeidirektion Saalfeld, nahm den möglichen Vorwurf gegen ihre Behörde zur Kenntnis und gab auf Anfrage zu verstehen, dass der Strafanzeige gegen Sedlacik genauso korrekt nachgegangen werde wie in jedem anderen Fall auch.
 
Zu den Geschehnissen am Dienstag nahm gestern auch Thomas Hofmann, Vorsitzender der Linken im Saale-Orla-Kreis, Stellung. "Die Linke im Saale-Orla-Kreis steht klar auf dem Standpunkt, dass Protest und Widerstand gegen NPD, Rechtsextremisten und deren Veranstaltun- gen gewaltfrei erfolgen muss", erklärte er in einer Pressemitteilung. "Gewalt kann in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremen nur schaden und macht unter Umständen die braunen Volksverhetzer zu Märtyrern." Seiner Ansicht nach sei der Protest gegen die NPD-Veranstaltung am Dienstag mehr als zwei Stunden lang bunt, friedlich und kreativ verlaufen, auch seitens jener Leute, die man "oft sehr pauschal in die linksradikale Ecke" stelle.
 
"Der tätliche Angriff und die nachfolgende kurze Rangelei mit der Polizei ist durch nichts zu rechtfertigen", so Hofmann. "Wissen muss man aber schon, dass nach vorliegenden Informationen seit einiger Zeit regelmäßig Angriffe von Rechtsextremen auf linksorientierte Jugendliche in Pößneck erfolgen."
 
Hofmann nutzte die Gelegenheit, die Polizeitaktiken bei den jüngsten Wahlveranstaltungen anzusprechen: "Fragwürdig bleibt für mich die unterschiedliche Vorgehensweise bezüglich der Proteste bei Wahlveranstaltungen in Pößneck. Während beim Wahlkampfauftritt von Bodo Ramelow (Die Linke) ein Lautsprecherwagen der NPD mehr als eine Stunde die Veranstaltung massiv stören konnte, wurde beim Auftritt von Ministerpräsident Dieter Althaus ( CDU) nahezu sofort gegen NPD-Störer vorgegangen.
 
Zur NPD-Veranstaltung ging man sogar soweit, die Trommelgruppe der Evangelischen Jugend - Dank und Respekt für den kreativen Protest - bis in die Kirche zurückzuweisen. Gleiche Maßstäbe von Beginn an für alle könnten polizeiliches und Verwaltungshandeln nachvollziehbar machen."
 
Hofmann geht auch auf Sedlacik ein und schreibt u. a., die Landtagsabgeordnete habe sich während der NPD-Veranstaltung "um einen gewaltfreien, aber deutlich vernehmbaren und sichtbaren Protest" bemüht. "Die Unterstellung, Heidrun Sedlacik und Die Linke würden Gewalt tolerieren oder billigend in Kauf nehmen, entbehrt jeder Grundlage und ist absurd."
 
Auf eine OTZ-Nachfrage zu seiner Pressemitteilung stellte der Linken-Chef im Saale-Orla-Kreis telefonisch u. a. klar: "Leute, die Gewalt anwenden, sind für mich nicht links."
 
Hofmann hält auch nichts von Verschwörungstheorien. Solche hatte Sedlacik lanciert: "Die Provokation war nicht sinnlos, wie der Öffentlichkeit suggeriert wird, sie war bestellt und perfekt inszeniert", meinte die Landtagsabgeordnete am Mittwoch zur Berichterstattung über das Geschehen am Dienstagnachmittag.
 

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