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Presseartikel vom 11.08.2009 aus der OTZ.
 
Zwischenfall bei NPD-Versammlung
Vier junge Leute nach zwei Links/Rechts-Auseinandersetzungen vorläufig festgenommen
 
Pößneck (OTZ/mko). Während einer NPD-Versammlung auf dem Pößnecker Markt kam es gestern kurz nach 16.30 Uhr zu einem Zwischenfall.
 
Zwei Jugendliche rannten zum Redner-Bereich an der oberen Seite des Platzes und stießen dort einen Aufsteller um, der dann in die Richtung des gerade sprechenden Neonazi-Funktionärs flog. Als Polizisten die beiden in Richtung Schuhgasse weiter rennenden jungen Männer stellen wollten, kamen sofort Leute aus einer linken Gruppe hinzu und einige der wenigen NPDler vor Ort sowieso - fertig war der Eklat! Den entschlossen eingreifenden Beamten gelang es allerdings, die Lage in weniger als einer Minute zu klären. Polizeirat Heiko Steinbiß, Leiter der Polizeiinspektion Saale-Orla, bestätigte noch auf dem Markt, dass zwei junge Männer vorläufig festgenommen wurden: Ein 20-Jähriger aus Buttstädt wird der Körperverletzung, ein 15-Jähriger aus Jena der Gefangenenbefreiung verdächtigt. Steinbiß ordnete die jungen Männer am Abend der linken Szene zu. Jedenfalls hatte sich unmittelbar nach dem Zwischenfall u. a. die Landtagsabgeordnete Heidrun Sedlacik (Die Linke) für die Festgenommenen eingesetzt. Am Rande des Marktes hatten Polizisten ferner die Personalien eines jungen Linken wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot und zweier junger Rechter wegen ordnungswidrigen Alkoholkonsums in der Öffentlichkeit festgestellt.
 
Nach der NPD-Versammlung kam es in der Gerberstraße zu einem weiteren Zwischenfall. Dort sollen ein 26-jähriger Saalfelder und ein 25-jähriger Jenaer aus der rechten Szene einen 18-jährigen Pößnecker und einen 15-jährigen Rockendorfer aus der linken Szene angegriffen haben. Gegen die beiden vorläufig festgenommenen Rechten wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
 
Steinbiß stellte am Abend klar, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Um die Fälle kümmere sich die Abteilung Staatsschutz der Kripo Saalfeld. Die vier vorläufig festgenommenen Personen sollten noch gestern Abend wieder frei gelassen werden.
 
Den Neonazi-Reden auf dem Markt hörten höchstens 20 Leute zu, wenn die Propaganda bei offenbar schlechter Technik und den Akustik-Problemen des Platzes überhaupt zu verstehen war. Die Zahl der Gegendemonstranten - darunter auch eine friedliche Gruppe von Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus - war mehr als drei Mal so hoch. Hinzu kamen die evangelischen Sambatrommler, die erst am Kirchplatz, dann im Eingang der Stadtkirche eine auf dem Markt sehr gut hörbare öffentliche Probe absolvierten. Hängen blieb aus den Neonazi-Reden lediglich die Hetze gegen ein einheimisches Modehaus, die OTZ und Bürgermeister Michael Modde. Dieser hatte zu dem Zeitpunkt eine Delegation aus Polen im Rathaus.
 

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