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Presseartikel vom 19.11.2008 aus der OTZ.
 
Zwischen Anpassung und Zivilcourage
Ein Abend über die Pößnecker NS-Zeit
 
Pößneck (K. Sch.). Annemarie Krause ist Jahrgang 1916 und sagt: "Die Nazis haben mir die Jugend versaut. Heinz Schmidt, 87 Jahre alt, erklärt: "Am 9. und 10. November 1938 ist in Pößneck nichts passiert. Die beiden Pößnecker erzählten in der Veranstaltung "Stolperstein 9. November 1938" in der Stadtbibliothek Pößneck über die Nazizeit und im Gespräch mit Bildungsreferent Frank Hofmann von der Jugendbildungsstätte Hütten wurde deutlich, dass Ereignisse der Vergangenheit mit unterschiedlichem Fokus betrachtet werden können.
 
Einig waren sich die über 60 Besucher der Veranstaltung allerdings darin, dass alle die Chance nutzen sollten, mit Menschen zu sprechen, die die Nazizeit selbst erlebt haben. "In Kombination mit den Ergebnissen der historischen Forschung können wir dem Bild, wie es wirklich war, näher kommen", so die Pößnecker Kulturamtsleiterin Dr. Julia Dünkel, die den Abend eröffnete und sich über die Kooperation zwischen Stadtbibliothek, Aktionsbündnis Courage und der Jugendbildungsstätte freute.
 
Auftakt der Veranstaltung bildeten Zitate aus Zeitungen von damals und heute. Philipp Gliesing von der Geschichtswerkstatt des Aktionsbündnisses ging dann in seinem Vortrag auf die entscheidenden Ereignisse der Entwicklung des Nationalsozialismus in Deutschland ein und verband diese mit ganz konkreten Ereignissen und Personen in Pößneck. Bei der reich mit Dokumenten und Fotos bestückten Präsentation, die durch Sebastian Klauder vom Aktionsbündnis unterstützt wurde, konnten die Besucher aller Altersgruppen erfahren, wie sich nationalsozialistischer Alltag in Pößneck verfestigte. In der anschließenden Diskussion wurde aber auch deutlich, dass in der Stadt einige Menschen Zivilcourage zeigten.
 
Den Abschluss bildete ein szenisches Spiel, in der eine des Deutschen nicht mächtige Frau diskriminiert wird. Die Zuschauer hatten dann die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, in dem sie konkret in der Szene Rollen übernahmen und durch Handeln versuchen konnten, die Situation zum Besseren zu wenden. Über die Lösungsvorschläge wurde dann im Publikum diskutiert. Dabei standen die Fragen "Wie wirksam war das handeln?" und "Wie realistisch war der Ansatz?" im Mittelpunkt.
 
"Stolperstein 9. November 1938" war ein langer und gelungener Abend, der durch seine vielfältigen Formen - Präsentation, Vortrag, Zeitzeugengespräch, Diskussion und Aktionstheater - überzeugte. Und es scheint sicher, dass es nicht die letzte gemeinsame Veranstaltung von Stadtbibliothek, Aktionsbündnis und Jugendbildungsstätte war.
 

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