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Presseartikel vom 21.04.2008 aus der OTZ.
 
"Wir sind gewalttätig, aber nicht rechts"
Diskussion um Hungrige-Wölfe-Auftritt
 
Neustadt (OTZ/P.C.). Das für Samstag in der Neustädter Skinhead-Gaststätte Menfis geplante Konzert der Bremer Band KC Hungrige Wölfe sorgt im Vorfeld für Wirbel. "Ist Ihnen klar, wen Sie sich mit dieser Band ins Haus holen? Wissen Sie z.B. wofür das KC im Bandnamen steht? Falls nicht, hier die Erklärung: KC steht für Kategorie C. Dies ist die polizeiliche Einstufung von so genannten Fußballfans aus dem gewaltbereiten Spektrum", schreibt OTZ-Leser Frank Nebe in einer E-Mail an den Menfis-Betreiber Andreas Bicker, aber auch an die Stadtverwaltung Neustadt.
 
"Die Veranstaltung ist bekannt und bei der Stadtverwaltung angemeldet", sagte der Sprecher der Polizeidirektion Saalfeld, Eddy Krannich. "Wir schicken wie immer eine Kopie der Anmeldung zur Überprüfung der Band an die Polizei", teilte der städtische Ordnungsamtsleiter Gerald Klenz gestern auf Anfrage mit. Titel oder CDs dieser Band seien nicht indiziert und somit nicht verboten, sagten Klenz und Krannich. Die Polizei stellt sich auf "eine entsprechende Besucherklientel" ein und will am Samstag auch mit Zivilbeamten vor Ort sein, um darauf zu achten, "dass keine strafrechtlich relevanten Liedtexte oder Zwischenrufe zu hören sind", so Krannich.
 
Die Erklärung der Band auf ihrer Homepage, "Ja, auch wir haben eine Vergangenheit, die wir nicht leugnen. Aber die Bands, in denen wir gespielt haben, gibt es nicht mehr und wird es auch nicht mehr geben , zielt nach Frank Nebes Auffassung offenbar auf die Verurteilung von des KC-Sängers Hannes Ostendorf im Mai 1992 wegen eines Brandanschlages auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bremen.
 
"Ich war damals 19 Jahre alt und habe für diese Tat eine Bewährungsstrafe verbüßt", teilte Hannes Ostendorf gestern mit. Der KC-Sänger hatte sich nach einer OTZ-Anfrage beim Menfis-Betreiber selbst bei der Redaktion gemeldet. "Ja, wir sind gewalttätig, aber wir sind nicht rechts", sagte er zum Namen seiner Band. Drei Mitglieder dieser Gruppe hätten Dauerkarten für Werder Bremen aus Zusammengehörigkeitsgefühl und Spaß am Prügeln, gab Ostendorf zu. In der so genannten dritten Halbzeit "verprügeln wir nur Gleichgesinnte, die dazu Lust haben."
 
"Mir gefällt die Musik der Hungrigen Wölfe. Wir wollen nur feiern und die Politik außen vor lassen", sagte Menfis-Betreiber Andreas Bicker der OTZ. Er schließe keine rechtsradikalen Besucher von den Veranstaltungen aus. Aber diese hätten die Hausordnung einzuhalten und die Gaststätte in der Ziegenrücker Straße nicht für politische Zwecke zu missbrauchen, worauf sein Saalschutz strengstens achte, versicherte Bicker.
 
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